Erfahrungsbericht Kinderkamera – Wie wir das richtige Modell fanden – Rollei Sportline 60

Meine Tochter liebt das Fotografieren. Kaum war sie drei Jahre alt, ist sie ständig mit unserer Kompaktkamera durch die Wohnung gelaufen. Sie hat alles und jeden fröhlich fotografiert. Sie fand es immer total faszinierend die Bilder direkt auf dem Display anzuschauen und diese später dann auf dem Computer/TV näher zu betrachten.

Da Fotografie sicherlich nicht zu den schlechten Freizeitbeschäftigungen gehört und ich meine Tochter ermuntern wollte hier mehr Erfahrungen zu sammeln, haben meine Frau und ich entschieden ihr eine eigene Kamera zu kaufen. Meine Kamera war mir dann doch zu schade und auch zu teuer, um sie kleinen Kinderhänden zu überlassen. Ich habe dann im Internet nach Angeboten für Digitalkameras für Kinder recherchiert und hier verschiedene Modelle gefunden. Die angebotenen Kinderprodukte haben mich jedoch nicht sonderlich überzeugt und ich hatte den Eindruck, dass die Hersteller billige (ältere) Hardware in bunte Gehäuse gesteckt haben, um diese dann teuer zu verkaufen. Die Qualität der Bilder ist selbst bei guten Lichtverhältnissen schlecht und die oft gerühmte Robustheit konnte mich so auch nicht überzeugen. Laut Hersteller sollen solche Kameras sehr einfach zu bedienen sein. Das mag wohl stimmen, aber das schien mir nie wirklich ein Problem zu sein. Selbst sehr kleine Kinder verstehen sehr schnell wie eine Kamera funktioniert und lernen in kürzester Zeit damit umzugehen. Alles eine Frage der Motivation.

Die beworbenen Kinderkameras waren also keine Option für uns – zurück zu den Anforderungen. Eine Kamera für meine Tochter sollte in erster Linie robust sein. Sie sollte schöne Bilder machen und natürlich kindgerecht gebaut sein. Außerdem wollten wir keine Unsummen ausgeben. Nach einigen Recherchen haben wir dann ein Modell gefunden, das unseren Ansprüchen gerecht wurde – die Rollei Sportline 60. Diese Outdoor-Kamera ist robust (kann aus 1 Meter Höhe herunterfallen) und bis zu 3 Metern wasserdicht. Dazu können damit Fotos mit fünf Megapixeln gemacht werden, die gerade bei guten Lichtverhältnissen durchaus eine ansprechende Qualität haben. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass diese Kamera in fünf verschiedenen – auch kindgerechten – Farben geliefert werden kann.

Unserer Tochter haben wir eine Rollei Sportline 60 in ihrer Lieblingsfarbe rosa gekauft. Natürlich gab es noch die passende Tasche in rosa dazu. Die Digitalkamera ist leicht und liegt sehr gut in kleinen Händen. Die Steuerung ist nicht kompliziert, so dass Dreijährige auf jeden Fall damit umgehen können sollten. Der Kleinen war immer besonders wichtig, dass die Bilder direkt angeschaut werden können, was dank des großen Displays problemlos möglich ist. Die Digitalkamera ist schon unzählige Male heruntergefallen und funktioniert immer noch einwandfrei. Dank des Fotografierens im Wasser, kann man die Kamera ins Schwimmbad mitnehmen und Bilder aus einer völlig neuen – mir bisher unbekannten – Perspektive schießen. So sind ein paar wirklich tolle Fotos entstanden, die den Weg in das große Familienalbum gefunden haben. Unsere Tochter ist hier besonders stolz drauf.

kinderkamera
Outdoor Kamera als Kinderkamera

Da die Kamera jedoch nicht ausdrücklich für Kleinkinder gebaut wurde, sollte man das Kleinkind jedoch nicht alleine damit losziehen lassen. Das Batteriefach ist zum Beispiel nicht verschraubt und die Batterien sind relativ leicht zugänglich. Zudem ist der Blitz an der Kamera ein vollwertiger Blitz und man sollte als Eltern aufpassen, dass die Kinder sich diesen nicht direkt vor die Augen halten.

Diese Digitalkamera ist Top. Sie ist das richtige Gerät, mit dem Eltern mit ihren Kindern gemeinsam das Abenteuer Fotografie entdeckten können. Es ist eines der wenigen technischen Geräte, das ich für ein Kind empfehle. Es fördert die Kreativität und schult den Blick der Kinder für visuelle Details. Außerdem macht es unglaublich Spaß. Von meiner Seite aus eine klare Kaufempfehlung.

Kinder steigern die Intelligenz

Jedes Jahr erkranken immer mehr Menschen an den verschiedenen Formen der Demenz wie Alzheimer. Für die Betroffenen und ihr persönliches Umfeld ist das immer eine große Veränderung die selten spurlos an den Beteiligten vorübergeht. Aber es ist ja nicht so, dass man gegen diese Krankheiten nichts tun könnte. Das Problem ist eher, dass den wenigsten Menschen die Voraussicht fehlt, mit der Therapie frühzeitig zu beginnen. Wer etwas für seine Intelligenz und gegen die Demenz etwas unternehmen möchte, sollte so früh wie möglich viele lebhafte Kinder zu bekommen und sich intensiv mit ihrem Aufwachsen und Leben beschäftigen.

Die Gehirnforschung ist sich schon seit vielen Jahren einig, dass ein Gehirn, das sehr gut trainiert ist, später an Demenz leidet und auch die Auswirkungen dieser wesentlich weniger auffällig sind. Wenn man also das Risiko an Demenz zu erkranken reduzieren möchte, sollte man versuchen sein Gehirn so gut wie möglich zu trainieren. Wenn man Menschen mit solchen Sätzen kommt, dann hört man häufig, dass man ja genug Sudoku oder Kreuzworträtsel mache, um sich geistig fit zu halten. Diesen Menschen muss man leider offenbaren, dass das vermutlich die falschen Strategien sind, um sein Gehirn zu trainieren.

Ein Gehirn zu trainieren, bedeutet, dass die bestehenden Verschaltungen im Gehirn weiter gefestigt und neue Verbindungen zwischen den Neuronen geknüpft werden. Man nennt das auch Lernen. Am besten für diesen Prozess geeignet sind kreatives Nachdenken, Problemlösen, Bewegung und soziale Kontakte. Eine von der Natur vorgesehene Funktion erfüllt alle vier Punkte vollständig für den Rest des Lebens aus – die Elternschaft. Wenn man Kinder hat, ist man pausenlos vor Herausforderungen gestellt, die man kreativ lösen muss. Kinder bringen uns immer wieder in Situationen, in denen wir schnell überlegt handeln müssen. Meine Tochter wird meist am Wochenende krank, wenn kein Arzt mehr erreichbar ist. Das herausfinden und durchführen von Hausmitteln, die Beruhigung des Kindes, das Abwägen, ob ein Bereitschaftsarzt aufgesucht werden soll, das Verfassen von Plänen, um das nächste Mal darauf vorbereitet zu sein, das Kommunizieren mit dem Rest der Familie und die permanente Bewertung emotionaler Reaktionen, sind Schwerstarbeit für unser Denkorgan. Genau für solche und ähnliche Situationen ist das Hirn geschaffen worden und deshalb ist dieser Zustand perfekt um es Reifen zu lassen. Die sozialen Kontakte steigen mit einer Familie, die in die lokale Gemeinschaft (Kindergarten, Vereine, Freunde der Kinder, andere Eltern, Schule, etc.) integriert ist, enorm an. Körperliche Bewegung ist zudem eine Sache, die fast unser gesamtes Gehirn betrifft und viele mentale Prozesse unterstützt. Nachweislich ist die Fingerfertigkeit sehr eng mit den mathematischen Fähigkeiten verknüpft. Bewegungsmangel ist bei Eltern eher eine Seltenheit, wenn man die Kinder ihren Bewegungstrieb ausleben lässt und daran aktiv teilnimmt.

Eine Familie bietet nicht nur Schutz vor der Demenz im Alter. Sie steigert im Allgemeinen auch die Zufriedenheit und das Leben wird insgesamt lebenswerter. Da freut man sich, wenn man richtig alt wird.

Buchtipp: Internet – Segen oder Fluch (Lobo / Passig)

Schon wieder ein Buch übers Internet.

PassigLobo_Internet_HK.inddMeine ersten Gedanken, als das Buch so in der Buchhandlung stand, waren wirklich nicht von tiefer Euphorie geprägt, aber ein wenig Neugier hatte ich dann doch. Also habe ich mir das Buch „Internet – Segen oder Fluch“ von Kathrin Passig und Sascha Lobo eingepackt (und natürlich bezahlt).

Nachdem ich es gestern fertig gelesen hatte, muss ich zugeben, dass sich meine Sicht auf den Umgang der Menschen mit dem Internet grundlegend verändert hat. Die Autoren betten die aktuellen Streitthemen in einen Kontext, der die Technologiekritik der gesamten Menschheitsgeschichte, umfasst. Passig und Lobo zeigen hier, dass die meisten Probleme, die heute im Bezug auf das Internet diskutiert werden, in einer ähnlichen Form die Menschheit schon immer begleitet haben.

Neben dieser Einbettung in den Gesamtkontext werden natürlich einige der wichtigsten Streitthemen der Netzgesellschaft diskutiert. Die Autoren schaffen es möglichst objektiv zu bleiben und verweigern sich irgendwelchen Dogmen. Eine so große Portion Weisheit hätte ich den Autoren erstmal nicht zugetraut. Schlimm finde ich, dass ich den Autoren uneingeschränkt Recht geben muss und deshalb keinerlei Ansätze zur fundamentalen Kritik zu finden sind.

Es ist wohl das wichtigste Buch, dass 2012 zum Thema Internet geschrieben wurde und gerade die ersten Kapitel werden vermutlich noch in vielen Jahren Anlass geben es aus dem Regal zu ziehen.

Bibliographische Daten
Autoren: Katrin Passig, Sascha Lobo
Titel: Internet – Segen oder Fluch
Verlag: Rowolth
Ort:  Berlin
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN-13: 978-3871347559

Julia Schramm – Klick mich

klick_mich_schramm_coverKaum ein Buch hat letztes Jahr ein so großes mediales Echo ausgelöst wie „Klick mich“ von Julia Schramm. Jemand wie ich, der meist erst Monate nach dem Erscheinungsdatum zum Lesen kommt, hat diese mediale Aufmerksamkeit große Nachteile. Man möchte so unvoreingenommen wie möglich ein Buch in Augenschein nehmen, aber sofort hat man eine Brille auf, die man nur schwer wieder abnehmen kann. Ich habe trotzdem versucht so professionell wie mir möglich an das Buch heran zu gehen und ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Sprachlich und inhaltlich zählt  „Klick mich“ nicht zu den großen Werken der Literatur, die eine neue Perspektive auf die Welt ermöglichen. Dabei wäre die Zeit für so ein Buch mit dem Internet als Thema durchaus reif. Oft wirken die Formulierungen stark konstruiert und man hat beim Lesen den Verdacht, dass die Autorin oft nach den richtigen Worten suchen musste. Manchmal lag sie daneben. Man spürt auch, dass Julia Schramm eine sehr impulsive, energiegeladene und emotionale Person ist. Es hätte dem Buch vermutlich gut getan, wenn man es mit etwas mehr emotionalem Abstand geschrieben hätte. Tiefe Weisheiten habe ich keine gefunden, aber das ist wohl auch nie die Absicht gewesen.

Doch nun genug der Kritik. Es gab auch einiges, das mir positiv aufgefallen ist. Julia Schramm ist fast im gleichen Alter wie ich und wir haben auch eine ähnliche Sozialisierung durchgemacht. Soweit ich das beurteilen kann, gab es erst entscheidende Unterschiede während der Studienzeit. Sie wurde zur politischen Aktivistin und ich habe mich für die Gründung einer Familie entschieden. Das ist wohl auch der Grund, warum es Unterschiede und Gemeinsamkeiten in unserer politischen Weltsicht gibt. Es ist spannend den Lebensweg eines „Leidensgenossen“ zu betrachten und hier liegt glaube ich der wirkliche Wert dieses Buchs. Es ist eine Dokumentation meiner Generation, die bestimmt in einigen Jahrzehnten, eine Rolle für das Verständnis dieser Zeit spielen wird.

Zudem muss ich auch sagen, dass manchmal auch ein genialer Gedankengang heraussticht. Hier hat sie mich wirklich überrascht und mein Bild von ihr hat das positiv beeinflusst. Vor allem die Gedanken zur Idee der Fortführung der Aufklärung in der digitalen Welt sind sicherlich ein Grund sich das Buch genauer anzuschauen.

Fazit: Sicherlich kein schlechtes Buch, das ich in ein paar Jahren bestimmt nochmal lesen werde.

Bibliographische Daten:
Autor: Julia Schramm
Titel: Klick mich: Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
ISBN-13: 978-3813504941
Jahr: 2012

Physikalische Datenträger sterben aus

Okay, die Antwort ist jetzt ein wenig ungenau formuliert, natürlich werden die physikalischen Datenträger weiterhin bestehen, aber sie werden zunehmend aus unserem Haushalt herausgedrängt.

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Aber aktuelle Statistiken zeigen, dass der Verkauf physikalischer Datenträger für den Hausgebrauch immer weiter zurückgeht. Auch bei mir zuhause kann ich diese Entwicklung feststellen. Im letzten Jahr haben wir kaum Musik-CD’s oder DVD’s gekauft. Seit wir einen internetfähigen Fernseher haben, waren wir auch in keiner Videothek mehr. Unseren Unterhaltungsbedarf decken wir mittlerweile hauptsächlich durch Download- und Streamingangebote.

Aus unserer Sicht bieten diese Services nur Vorteile, die uns die physikalischen Medien in dieser Form nie gebracht haben. Wir haben keine Regale voll mit veralteten Datenträgern herumstehen, die wir abstauben müssen. Wir müssen unser Sofa nicht verlassen, um Zugriff auf tausende Inhalte zu bekommen, die wir jederzeit Abrufen können.

Auch für den Datenaustausch mit Freunden und Verwandten ist man nicht mehr auf Datenträger angewiesen. Selbst größere Datenmengen lassen sich bequem über Services wie Dropbox austauschen.

Das Ende der physikalischen Datenträger im Konsumentenhaushalt scheint endgültig angebrochen zu sein.

Zitat: Denkweisen

„Unsere Probleme sind das Resultat überholter Denkweisen.
Wir können diese Probleme nicht mit denselben Denkweisen lösen,
durch die sie entstanden sind.“

Wirklich ein sehr schönes Zitat, dass – wie so viele – Albert Einstein zugeschrieben wird. Auf die schnelle konnte ich dafür keinen Beleg finden. Dennoch enthält das Zitat eine tiefe Wahrheit. Da unser Handeln auf unseren eingefahrenen Denkweisen beruhen, werden die daraus entstehenden Probleme oftmals nur durch neue Denkweisen zu lösen sein.

Einstein hat es ebenso gemacht. Er war als Außenseiter nicht den gängigen Denkmodellen der Physik seiner Zeit verhaftet, sondern hat seine eigene Vorstellungskraft genutzt und die Erkenntnisse beschrieben. Erst später wurden seine Theorien in die Denkmodelle der anderen Physiker gepresst. Nur durch einen anderen Blick wurde die Welt revolutioniert.

Auf diese Weise kommen neue Ideen in die Welt.

„Ich will noch keine Kinder.“ – „Ich will mein Leben genießen!“

„Ich will noch keine Kinder.“ – „Ich will mein Leben genießen!“

Immer wieder höre ich von kinderlosen Bekannten – egal ob Single oder Paar – diese Phrase. Mich als bald zweifacher Vater stört das, weil der Umkehrschluss bedeutet, dass ich mein Leben nicht genießen würde. Alle Menschen, die das auch so sehen, scheinen nicht zu wissen, dass man auch ein Leben mit Kindern genießen kann.

Für viele meiner Bekannten gehört zum Genießen am Samstagabend durch die Kneipen, Bars und Diskos zu ziehen und es dort richtig krachen zu lassen. Keine Frage, ich und meine Frau gönnen und diesen Spaß in Maßen ebenfalls. Jedoch ist das für uns nicht die Definition von „Leben genießen“. Am Sonntagmorgen beginnt der Tag der vermeintlichen Genießer mit Kopfschmerzen, Übelkeit, einem schlechten Gewissen und einer Reihe peinlicher Erinnerungen (vielleicht auch nicht ;-)).

Bei mir sieht das anders aus. Am Sonntagmorgen höre ich schon früh kleine Tribbelschritte zu uns ins Schlafzimmer rennen. Auf einmal drängt sich jemand zwischen mich und meine Frau und die ganze Familie genießt das langsame Aufwachen beim gemeinsamen Kuscheln. Wenn wir dann soweit fit sind, dass wir Aufstehen können, richten wir gemeinsam ein fürstliches Frühstück und anschließend gönnen wir uns gemeinsam die Sendung mit der Maus. Am Nachmittag wird dann etwas unternommen.

Ich möchte nun nicht sagen, dass ich im Besitz der unumstößlichen Wahrheit bin. Es gibt verschiedene Arten zu genießen und man sollte darüber vielleicht mal nachdenken, bevor man Menschen mit Kindern mit Urteilen kommt, von denen man ohne Kinder nichts verstehen kann.