Würdet ihr zusammen für eine Sache sterben?

Man kann von Peter Scholl-Latour halten was man möchte, aber kaum jemand in Deutschland hat so viele Krisenregionen, Kriegsgebiete und Revolutionen weltweit miterlebt wie er. In den vergangenen Jahrzehnten war er bei fast allen größeren politischen Umwälzungen anwesend. Ein Mann mit Expertise.

Peter Scholl-Latour hat einmal geschrieben, dass er nicht denke, dass die Generation, die sich im Internet organisiert, die Bindung hätte, um gemeinsam für eine Sache im Schützengraben zu kämpfen und dafür zu sterben. Webprojekte wie Campact, Change.org oder Avaaz sammeln im Internet Likes, Klicks, Emailadressen und Unterschriften, um diese Listen dann Politikern und Unternehmen zu überreichen. Es werden meist Dinge angeprangert, die eigentlich niemand so richtig toll findet. Ponys auf dem Oktoberfest sollen verboten werden, E10 möchte man nicht mehr haben und auch sonst sieht man viele Probleme. Man möchte zeigen, dass man das nicht gut findet und sogar bereit ist einen Klick dafür zu riskieren. Petitionen am Fließband sind die Folge. Mittlerweile werden solche Listen von den Verantwortlichen fast schon mit einem Lächeln entgegengenommen. Der inflationäre Gebrauch dieser Aufmerksamkeitshilfsmittel entwertet diese und erzeugt nur ein trügerisches Gefühl bei den Beteiligten etwas geleistet zu haben. Wirkliche Veränderung braucht mehr!

Wirkliche Veränderung setzt Leidenschaft, Überzeugungskraft, Ehrgeiz, Kraft, Mut und eine große Portion Motivation voraus. Wenn man dem Herdentrieb folgt und eine solche Liste unterschreibt, hat das nichts mit diesen Eigenschaften zu tun. Große gesellschaftliche Veränderungen benötigen aber genau diese Eigenschaften bei sehr vielen Menschen. Man muss nicht im Schützengraben sterben, aber am Ende kommt es genau auf diese Form von Bereitschaft für die Sache an. Seid ihr wirklich bereit etwas von Eurem Leben aufzugeben?

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