Über eine falsche Sicht auf das Internet

Für viele Menschen in Deutschland ist das Internet weit weg. So weit weg und abgelegen wie Endes Lummerland. In der Vorstellung unserer Kanzlerin wird es vermutlich auch so aussehen. Doch gerade diese Distanz verbaut uns die Möglichkeit die Zukunft zu gestalten.

Real Life und virtueller Raum waren früher deutlicher getrennt als heute. Doch gerade in den letzten 10 Jahren hat sich das Internet zum alles umfassenden Kommunikationsmedium und zu einer bedeutenden Infrastruktur gewandelt. Damit ist es immer weiter in das Real Life eingedrungen. Jeder der heute ein Konto, eine Kreditkarte, einen Krankenakte, einen Arbeitsplatz, eine Kundenkarte, eine Email-Adresse, etc. besitzt, ist ein Teil dieser digitalen Welt. Mit der Augmented Reality werden diese beiden Lebenswelten weiter verschmelzen.

Ein sozialer Raum wie das Internet kann nicht ohne Regeln funktionieren. Das gilt für das Grundgesetz und natürlich auch für die Bürgerrechte. Das Argument, dass ja ein großer Teil der Bevölkerung kaum im Internet surft, halte ich ebenfalls für – der Bayer würde sagen – Schmarrn. In den älteren Generationen ist der Prozentsatz an regelmäßigen Internetnutzern wirklich nicht sehr hoch, aber bei den jüngeren Kohorten liegt er teilweise bei fast 100%. Die Zukunft gehört also dem Internet.

Mit einer solchen distanzierten Denkweise verbauen wir jede gesellschaftlich-politische Diskussion zum Thema Internet. Dabei muss klar werden, dass jeder der am Leben aktiv teilnimmt auch Teil des Internets ist. Zumindest passiv.

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